Grußwort
Grußwort zum 74. Mainburger Hopfenfest 2026:
Liebe Mainburgerinnen und Mainburger,
liebe Gäste aus nah und fern,
liebe Freundinnen und Freunde unseres Hopfenfests,
stellen wir uns kurz vor, wir schreiben das Jahr 1950.
Mainburg hatte damals außer dem Gallimarkt noch kein eigentliches Volksfest. Vom 1. bis 3. September wurde die neue Hopfenhalle II in der Freisinger Straße eingeweiht – und aus diesem Anlass fand das erste Mainburger Hopfenfest statt. Träger war damals noch der Verkehrsverein.
Schon ein Jahr später zog das Fest auf den Griesplatz. Seit 1958 ist die Stadt Mainburg Veranstalterin. Und seit 1963 gehört das Hopfenfest fest zum traditionellen Kirschmarkt am zweiten Sonntag im Juli.
Heute feiern wir auf der Schöllwiese. Größer, bunter, mit Festzelt, Fahrgeschäften, Musik, Kirschmarkt, verkaufsoffenem Sonntag, Oldtimertreffen und der Krönung der neuen Bierkönigin. Und heuer mit einem ganz besonderen Jubiläum: 70 Jahre Jagdhornbläser Holledau.
Seit dem ersten Hopfenfest im Jahr 1950 gehört dieses Fest zu Mainburg. 2026 feiern wir nun das 74. Mainburger Hopfenfest. Manches hat sich verändert – aber das Wichtigste ist geblieben: Menschen kommen zusammen.
Vielleicht war es damals gar nicht so anders wie heute.
Auch damals hat sich wahrscheinlich schon einer gefragt: „Hoffentlich schmeckt’s Bier.“ Heuer dürfen wir uns wieder auf das Festbier vom Ziegler Bräu freuen – und ich bin zuversichtlich: Das wird passen.
Am nächsten Tisch wartet jemand mit großem Hunger aufs Hendl und hofft, dass es diesmal ein bisserl schneller geht als im vergangenen Jahr. Ein anderer freut sich auf den hauchzarten Emmentaler. Und traditionell gibt’s nach dem Bierzelt noch eine Fischsemmel – mit ordentlich Zwiebeln. Spätestens dann weiß jeder: Das Hopfenfest war da.
Irgendwo sucht eine Familie einen Platz – und natürlich gehen die Meinungen auseinander: Die einen wollen nah zur Musik, die anderen lieber dorthin, wo man sich noch unterhalten kann.
Ein Kind zieht am Ärmel und sagt: „Papa, trink endlich aus, ich will Autoscooter fahren!“ Die Tochter steht an der Losbude, hat schon dreimal gezogen, dreimal Nieten – und ist trotzdem überzeugt: „Einmal probier ich’s noch.“ Gleichzeitig verhandelt sie, ob sie nicht ausnahmsweise länger bleiben darf, weil sie später noch mit ihren Freunden das Festgelände unsicher machen möchte.
Am Biertisch sagt einer: „Nur noch eine Maß, dann gehen wir.“ Alle wissen: Das kann dauern. Ein anderer fragt: „Wer fährt eigentlich heim?“ Und wieder jemand ruft: „Mei, dich hab ich ja ewig nimmer gesehen!“
Am verkaufsoffenen Sonntag hoffen unsere Geschäfte auf viele Besucherinnen und Besucher mit Einkaufslust. Die Marktstände hoffen auf gutes Wetter, neugierige Gäste und darauf, dass am Ende nicht nur geschaut, sondern auch gekauft wird. Und irgendjemand sagt bestimmt wieder: „Eigentlich wollt ich ja gar nix kaufen“ – und geht dann doch mit Gewürzen, Socken oder etwas ganz Praktischem nach Hause.
Genau das ist Hopfenfest. Nicht nur Programm, Festzelt und Fahrgeschäfte. Sondern diese kleinen Szenen, die jeder kennt – und die am Ende bleiben.
Für unsere Seniorinnen und Senioren ist das Hopfenfest eine Gelegenheit, bei der man bekannte Gesichter trifft, ratscht, vielleicht auch ein bisserl politisiert und sich erinnert, wie es früher war.
Für die Kinder ist es der Autoscooter, das Karussell, die Zuckerwatte – und die Hoffnung, dass die Erwachsenen endlich fertig sind und nicht noch jemanden zum Ratschen treffen.
Für die Jugendlichen ist es ein Stück Freiheit. Freunde treffen. Zusammen losziehen. Ein eigener Hopfenfest-Abend, an den man sich später erinnert.
Für alle, die mit Landwirtschaft, Hopfenbau und unserer Hallertauer Heimat verbunden sind, zeigt dieses Fest, wo wir herkommen. Und wenn beim Oldtimertreffen alte Bulldogs, historische Fahrzeuge und liebevoll gepflegte Fahrjuwele auf der Festwiese stehen, dann ist das nicht nur Technik von früher. Es ist ein Stück Geschichte unserer Region.
Für alle, die Tradition lieben, wird heuer ein besonderer Moment dabei sein: 70 Jahre Jagdhornbläser Holledau. Ich freue mich schon jetzt auf dieses Gänsehautgefühl, wenn die tiefen Klänge der Bläsergruppen am Rathausplatz ertönen.
Auch unser Stadtmuseum ist einen Besuch wert – mit der Ausstellung „Junge Hände für alte Wände“. Ein schöner Gedanke: Junge Menschen kümmern sich um alte Bauten.
Und dann gibt es da noch eine, die sich ganz besonders Gedanken macht: nicht nur, ob alles gut läuft, ob das Wetter hält und ob alle friedlich feiern – sondern auch, ob beim Anzapfen alles klappt. Mein persönliches Ziel ist klar: weniger Schläge als am 1. Mai. Wenn das gelingt, ist der erste Erfolg des Hopfenfests schon geschafft.
Gerade in einer Zeit, in der vieles schneller, unruhiger und komplizierter geworden ist, brauchen wir solche Momente. Momente, in denen Menschen zusammenkommen. In denen Jung und Alt nebeneinandersitzen. In denen man spürt, wo man herkommt – und dass Zusammenhalt nicht aus großen Worten entsteht, sondern aus gemeinsam erlebter Zeit.
Mein herzlicher Dank gilt zuallererst Ihnen allen: den Mainburgerinnen und Mainburgern, unseren Gästen und besonders unseren Vereinen. Dieses Fest lebt durch die Menschen, die kommen, mitfeiern, mithelfen und mitgestalten.
Ebenso danke ich allen, die das Hopfenfest möglich machen: der Festwirtsfamilie Anthofer, der Zieglerbrauerei, den Schaustellerinnen und Schaustellern, den Fieranten, den Musikgruppen, den Jagdhornbläsern, den Sicherheits- und Rettungskräften, der Betriebs- und Entwicklungsgesellschaft, allen Helferinnen und Helfern im Hintergrund und meinen Kolleginnen und Kollegen aus der Stadtverwaltung.
Ein Fest sieht leicht aus, wenn es gut organisiert ist. Aber dahinter steckt viel Arbeit, viel Verantwortung und viel Herzblut.
Ich wünsche uns allen schöne, friedliche und fröhliche Festtage: den Kindern viel Spaß auf dem Festplatz, den Jugendlichen gute Begegnungen, den Familien entspannte Stunden, den Seniorinnen und Senioren vertraute Gesichter und unseren Gästen das gute Gefühl: In Mainburg ist man willkommen.
Und uns allen wünsche ich, dass wir am Ende sagen können: MAI, war des wieder schee.
Herzlich willkommen zum 74. Mainburger Hopfenfest!
In herzlicher Verbundenheit
Ihre
Karoline Fritz-Ertlmaier
Erste Bürgermeisterin der Stadt Mainburg
